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Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – Februar 2020

Viele ältere Menschen leiden häufig an Schlafstörungen. In Langzeitpflegeeinrichtungen können Schmerzen, Demenz und Depression die Schlafstörungen verstärken. Welche Maßnahmen zu einer Verbesserung des Schlafes bei Pflegeheimbewohnern beitragen können, verdeutlicht Prof. Görres anhand drei pflegewissenschaftlicher Studien:

Forscher*innen in Norwegen veröffentlichten eine Studie, in der die Auswirkungen von Schmerztherapie auf den Schlaf bei Pflegeheimbewohnern mit Demenz und Depression untersucht wurden. Die Studie zeigt, dass die aktive Schmerztherapie bei Menschen mit Demenz und Depressionen im Vergleich zur Kontrollgruppe alle untersuchten Schlafparameter signifikant verbesserte.

Eine Studie, die von Forscher*innen aus den Niederlanden und Belgienveröffentlicht wurde, untersuchte die Wirksamkeit von Koffeinreduktion auf den Schlaf sowie auf das Verhalten bei Pflegeheimbewohnern mit Demenz. Die Studie ergab, dass sich die Schlafwerte signifikant verbesserten, ebenso nahm die Apathie nach der Reduzierung des Koffeins ab.

In einer Studie die von türkischen Forscher*innen veröffentlicht wurde, wurden die Auswirkungen eines Schlafprogramms auf die Schlafqualität und die depressive Symptomatik bei kognitiv gesunden Bewohnern von Pflegeheimen untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer der Interventionsgruppe eine signifikante Verbesserung einiger objektiver Schlafparameter sowie eine signifikante Abnahme der depressiven Symptomatik erlebten.

Görres, S. & Gräf, C. (2020). Schlaflos im Pflegeheim. 02/20, S. 42-43. Hannover: Vincentz Network.

Website: http://www.altenpflege-online.net/

 

Kontakt und Information:

Prof. Dr. Stefan Görres

Universität Bremen

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen

E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – Dezember 2019

Harnwegsinfekte (durch Dauerkatheter) sind ein häufiges Problem in der stationären Langzeitpflege. Was dazu beitragen kann diese zu verhindern, verdeutlicht Prof. Görres anhand drei pflegewissenschaftlicher Studien:
Forscher*innen von mehreren Universitäten in den USA veröffentlichten eine Studie, in der die Angemessenheit der Antibiotika-Vergabe bei Pflegeheimbewohnern, die an einer Infektion der Harnwege erkrankt waren, bewertet wurde. Anhand der Studienergebnisse konnte festgestellt werden, dass die Verschreibung von Antibiotika gegen Harnwegsinfekte verbessert werden kann.
Eine Studie, die von US-amerikanischen Forscher*innen der Universität von Michigan veröffentlichten wurde, untersuchte den Zusammenhang zwischen der Sicherheitskultur im Pflegeheim und der Katheter-assoziierten Rate an Harnwegsinfekten. Die Ergebnisse zeigten eine Reduktion von Harnwegsinfekten um 52% im Interventionszeitraum sowie zahlreiche Verbesserungen bei Sicherheitsmaßnahmen.
In einer Studie die von Forscher*innen verschiedener US-Universitäten veröffentlicht wurde, wurden ausgewählte Führungskräfte, die an der Einführung von Maßnahmen zur Reduktion von Katheter-assoziierten Harnwegsinfektionen beteiligt waren, interviewt. Allgemein wurde das Programm von den Führungskräften aufgrund zahlreicher Verbesserungen gut bewertet, es wurde jedoch auch auf einige Herausforderungen hingewiesen.

Görres, S. & Gräf, C. (2019). Prävention von Harnwegsinfektionen. 12/19, S. 26-27. Hannover: Vincentz Network.
Website: http://www.altenpflege-online.net/

Contact:
Prof. Dr. Stefan Görres
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Grazer Straße 4, 28359 Bremen
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – Januar 2020

Ältere Menschen, vor allem aber Heimbewohner, sind aufgrund eines oft geschwächten Immunsystems und verminderter Funktionsfähigkeit besonders anfällig für akute Atemwegsinfektionen (AAI). Welche Interventionen dazu beitragen können eine AAI zu verhindern, verdeutlicht Prof. Görres anhand drei pflegewissenschaftlicher Studien:
Eine Studie, die von US-amerikanischen Forscher*innen der School of Medicine an der Universität Colorado veröffentlicht wurde, untersuchte die Wirksamkeit von hochdosierten Vitamin-D3-Ergänzungsmitteln im Vergleich zu einer normalen Dosis von Vitamin D3 zur Prävention einer AAI in Langzeitpflegeeinrichtungen. Anhand der Studienergebnissen lässt sich erkennen, dass die Teilnehmer*innen der Hochdosisgruppe während des Beobachtungszeitraumes im Vergleich zu der Kontrollgruppe eine 40% geringere Inzidenzrate von AAI aufwiesen.
Forscher*innen aus Kanada veröffentlichten eine Studie, die die Wirksamkeit von Probiotika zur Verringerung von Influenza und anderen Atemwegsvirusinfektionen bei Bewohnern der Langzeitpflege untersuchte. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass 13 Personen in der Interventionsgruppe und 21 Personen in der Placebogruppe an respiratorischen Virusinfektionen erkrankten.
Eine Studie die von Forscher*innen des Medical Centre der Universität Nijmegen in den Niederlanden und der Flemish-Netherlands Geriatric Oral Research Group veröffentlicht wurde, untersuchte ob die tägliche Anwendung von 0,05 % Chlorhexidin-Mundspülung das Auftreten einer Aspirationspneumonie bei Pflegeheimbewohnern mit Dysphagie verringerte. Anhand der Studienergebnisse konnte nicht festgestellt werden, dass die Chlorhexidin-Mundspülung als Ergänzung zur täglichen Mundhygiene das Auftreten einer Aspirationspneumonie verringert.

Görres, S. & Gräf, C. (2020). Was hilft gegen Atemwegsinfektionen? 01/20, S. 32-33. Hannover: Vincentz Network.
Website: http://www.altenpflege-online.net/

Contact:
Prof. Dr. Stefan Görres
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach 
Grazer Straße 4, 28359 Bremen
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Interessiertes Publikum auf der FachtagungInteressiertes Publikum auf der Fachtagung
Großes Interesse an bundesweit erstem Curriculum zur Generalistischen Pflegeausbildung nach PflBG und PflAPrV

Im Rahmen einer Fachtagung im Konsul Hackfeld Haus mit 190 Teilnehmenden aus dem ganzen Bundesgebiet stellten Sabine Muths und Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck sowie die Mitglieder der Curriculumarbeitsgruppe am 4. 12. 2019 das Bremer Curriculum  für die Ausbildung zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann vor. Das Curriculum, das in Bremen zugleich als Lehrplan erlassen wird, ist im Auftrag der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz innerhalb des letzten Jahres von der Abteilung Qualifikations- und Curriculumforschung am IPP in Zusammenarbeit mit Vertreter*innen der Bremer Pflegeschulen entwickelt worden.
Das Curriculum basiert auf den rechtlichen Grundlagen des PflBG und der PflAPrV „Wir haben für die Erarbeitung des Curriculums auch auf Vorarbeiten aus den zahlreichen Curriculumprojekten zurückgegriffen, die wir seit 2003 durchgeführt haben“ berichtet Sabine Muths. „Im Unterschied zu den Rahmenlehrplänen der Fachkommission setzt das Bremer Curriculum stärker auf das Prinzip der Exemplarität und adressiert die konkrete Gestaltung von Lehr-/Lernprozessen“ erläutert Prof. Dr. Darmann-Finck. Insgesamt enthält das Curriculum 24 Lernfelder. Insbesondere wenn die Vorschläge zu Lernsituationen aus dem Nationalen Mustercurriculum Kommunikative Kompetenz für die Pflege (NaKomm) aufgegriffen werden, kann das Bremer Curriculum mit vergleichsweise geringem Aufwand zu einem schulinternen Curriculum für die generalistische Pflegeausbildung weiterentwickelt werden. Es ist unter folgendem Link als Download erhältlich:  
https://www.gesundheit.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen69.c.12790.de

Contact:
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Mail: darmann@uni-bremen.de
www.ipp.uni-bremen.de

Community assessment booth at the shopping mall “Berliner Freiheit” in Bremen-VahrCommunity assessment booth at the shopping mall “Berliner Freiheit” in Bremen-Vahr
Public Health MA students (Health Promotion and prevention) conduct a community-based needs analysis with older adults in Bremen-Vahr

What are the needs for community-based health promotion for older adults? Often, this question is not so easy to answer – there is a lack of data from some groups of older adults. To overcome this issue, IPP students (MA Public Health, Health Promotion and Prevention) conduct a community-based needs analysis in close cooperation with local administration and neighbourhood community workers in Bremen-Vahr. Through personal assessment at selected places, focus groups and self-completion questionnaires, students aim at getting a more representative idea about community needs in Bremen-Vahr. First results are expected in February 2020.

Contact:
Prof. Dr. Benjamin Schüz
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Department 2
Mail: Benjamin.schuez@uni-bremen.de
www.ipp.uni-bremen.de

So werben die „Glückstifter“ um Personal

Der Betrag bei buten un binnen zeigt, wie derzeit darum geworben wird, junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen. Unter anderem wird dabei auch auf eine ältere Studie von Prof. Dr. Stefan Görres (IPP) eingegangen, nach der 94% der Befragten aus dem 1. Ausbildungsjahr den Pflegeberuf trotz aller problematischen Rahmenbedingungen wieder wählen würden.
Sehen Sie den Beitrag von buten un binnen vom 3. 12.2019 unter: https://www.butenunbinnen.de/videos/werbung-pflegeberuf-100.html

Contact:
Prof. Dr. Stefan Görres
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

University of Bremen

Professor Stefan Görres ist Koordinator der 32. Bremer Universitäts-GesprächeProfessor Stefan Görres ist Koordinator der 32. Bremer Universitäts-Gespräche
„Alternde Gesellschaft – Zukunftsszenarien zwischen Chancen und Risiken.“

Zu dem Thema diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft während der 32. Bremer Universitäts-Gespräche am Donnerstag, 14., und Freitag, 15. November 2019. Einladende sind die Wolfgang-Ritter-Stiftung, die Universität Bremen und der Verein der unifreunde. Die Schirmfrau der hochkarätigen Veranstaltung ist Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Stefan Görres, Professor für Pflegewissenschaft und Sozialgerontologie und Mitglied des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP) am Fachbereich Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen ist der wissenschaftliche Koordinator der diesjährigen Bremer Universitäts-Gespräche.

Mehr unter: https://www.uni-bremen.de/de/universitaet/hochschulkommunikation-und-marketing/aktuelle-meldungen/detailansicht/news///es-gibt-noch-keine-guten-ideen-fuer-das-altern-als-gesellschaftliche-ressource/

Kontakt und Information:

Prof. Dr. Stefan Görres

Universität Bremen

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen

E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

 

Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – Oktober 2019

Das Potenzial von unterstützenden Angehörigen in der stationären Langzeitpflege wird noch wenig erkannt. Wie der Einbezug der Angehörigen die Gesundheit von Pflegenden verbessern kann und wie dies besser gelingen kann, verdeutlicht Prof. Görres anhand drei pflegewissenschaftlicher Studien:
Forscher*innen aus Großbritannien veröffentlichten eine Studie, in der die Beteiligung von Familienmitgliedern an der rechtzeitigen Erkennung von Veränderungen des Gesundheitszustandes ihrer Angehörigen untersucht wurde. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die Familienmitglieder auf drei wichtige Arten an der rechtzeitigen Erkennung von Gesundheitsveränderungen beteiligt waren: Erkennung von ersten Anzeichen einer Veränderung des Gesundheitszustandes, Informieren des Pflegepersonals über beobachtete Veränderungen und Einordnung der Veränderungen des Gesundheitszustandes vor dem Hintergrund der Familiengeschichte.
Eine Studie, die von Forscher*innen in Schweden durchgeführt wurde, untersuchte das Verständnis von Angehörigen hinsichtlich ihrer Bereitschaft, sich an der Pflege ihrer Familienmitglieder in Pflegeheimen zu beteiligen. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass Angehörige durchaus ein komplexes Verständnis von Beteiligung an der Pflege ihrer Familienmitglieder haben, dieses aber aktiv abgerufen werden muss.
Kanadische Forscher*innen, untersuchten in einer Studie, mögliche Konflikte zwischen Familienangehörigen und Pflegepersonal in Pflegeheimen. Die Ergebnisse zeigten, dass die meisten Konflikte wiederkehrend auftraten und etwa die Hälfte direkt mit dem jeweiligen Mitarbeiter besprochen wurden. Jedoch wurden fast die Hälfte der Konflikte als nicht gelöst eingestuft.

Görres, S. & Gräf, C. (2019). Familienwissen in der Pflege nutzen 10/19, S. 26-27. Hannover: Vincentz Network.
Website: http://www.altenpflege-online.net/

Kontakt und Information:
Prof. Dr. Stefan Görres
Dekan FB 11
Universität Bremen
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Participants of the 2-day workshop at IPPParticipants of the 2-day workshop at IPP
European research project meets at Bremen University

On 05 and 06 November 2019, a group of 17 researchers* from five countries came together for a two-day workshop at the IPP. The workshop is part of the international research project "Social Health and Reserve in the Dementia patient journey (SHARED)", which is led at IPP by Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann and Prof. Dr. Ansgar Gerhardus. The project explores the so far scarcely understood interplay between aspects of social health (e.g. influence of social networks, relationship proximity or quality, social inclusion) and biological and psychological factors in dementia. The aim of the Bremen working group is, in cooperation with other scientists*, to collect all available information and knowledge on the topic and to develop a model that maps the causes of dementia onset and further trajectories. In the workshop, the foundations for this model were laid with the help of a participative method, the so-called "Group Model Building".

Contact:
Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Department 7 Health Care Research
Grazer Str.4
28359 Bremen
Germany
Mail: wolf-ostermann@uni-bremen.de
www.ipp.uni-bremen.de



Der Masterstudiengang „Community and Family Health Nursing“ am Fachbereich 11 der Universität Bremen umfasst ein Projektmodul über drei Semester. Dabei wird den Studierenden ein Einblick in die projektbasierte Forschung gegeben. Die Studiengruppe ist fortgeschritten und hat bereits im Wintersemester 2018/2019 begonnen, im Master zu studieren. Unter Leitung von Frau Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann erforscht die Gruppe im Rahmen dieses Projektmoduls die ambulante gesundheitliche Versorgung im Bremer Stadtteil Gröpelingen. Für dieses Projekt hat die Studiengruppe nun eine Förderung durch die Nowetas-Stiftung in Form eines Stipendiums von 600 Euro erhalten. Damit werden unter anderem die Teilnahmegebühren für den DGP-Hochschultag in Münster am 08.11.2019 finanziert, auf dem Studierende Ergebnisse des Projektes der Öffentlichkeit präsentieren werden.

Kontakt:
Karin Wolf-Ostermann
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Department n.n.
Mail: wolf-ostermann@uni-bremen.de
www.ipp.uni-bremen.de