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New research projects and results, events, press releases and activities of the IPP.

Gastbeitrag u.a. von Prof. Karin Wolf-Ostermann vom Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Die Autor*innen plädieren dafür, die Bewohner*innen von Pflegeheimen mit einer umfassenden Strategie vor einer Covid-19-Erkrankung und den Folgen der Pandemie zu schützen. Eine „Katastrophe“ sei „nicht das Verfehlen von in den Raum geworfenen R-Wert-Schwellen und 7-Tagesinzidenzen, sondern das einsame Siechen und Sterben unzureichend versorgter Menschen“. In ihrem Gastbeitrag in Fokus Online schlagen Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann, Prof. Dr. Wilfrid Henneke und Prof. Dr. Winfried Kern konkrete Lösungen vor. Lesen Sie den Beitrag „Harte Währung“ sind die Senioren vom 12.01.2021 unter: https://www.focus.de/politik/gastbeitrag-quarantaene-und-caritas-harte-waehrung-sind-die-senioren-corona-experten-plaedieren-fuer-strategie-wechsel_id_12859351.html

Contact:
Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann
Pflegewissenschaftliche Versorgungsforschung am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Universität Bremen
Tel.: +49 421 218-68960
E-Mail: wolf-ostermann@uni-bremen.de

Stefan Görres (IPP) im Interview mit Buten un Binnen

Der Bremer Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Stefan Görres lehnt eine Impfpflicht für Pflegefachkräfte ab und setzt auf faktenbasierte Aufklärung. Lesen Sie das Interview unter:
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/politik/keine-impfpflicht-pflegekraefte-corona-bremen-100.html

Contact:
Prof. Dr. Stefan Görres
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de
http://www.ipp.uni-bremen.de

University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Department n.n.
Mail: n.n.
www.ipp.uni-bremen.de

Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – Dezember 2020

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Sexualität als einen zentralen Bestandteil des Menschseins. Gemessen daran wird die Sexualität älterer Pflegeheimbewohner seitens der Mitarbeiter in der Pflege eher vernachlässigt, oft auch tabuisiert. Erklärungsmuster bietet das aus der Forschung bekannte Defizitmodell vom Altern, welches davon ausgeht, dass sexuelle Bedürfnisse und deren Ausleben mit dem Alter und erst recht bei Eintritt ins Pflegeheim nicht mehr relevant sind. In besonders negativer Weise trifft diese Einstellung die Sexualität von nicht-heterosexuellen oder von an Demenz erkrankten Pflegeheimbewohnern.

Drei Studien zeigen: Durch Fortbildungen, Austausch und personenzentrierte Pflege erhalten die sexuellen Bedürfnisse der Bewohner mehr Aufmerksamkeit

Görres, S. & Brunswieck, R. (2020). Gut für alle: Personenzentrierte Pflege. 12/20, S. 26-27. Hannover: Vincentz Network.

Website: http://www.altenpflege-online.net/

Den aktuellen Beitrag finden Sie hier.

Kontakt und Information:

Prof. Dr. Stefan Görres

Universität Bremen

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Abt. 7: Pflegewissenschaftliche Versorgungsforschung  Grazer Straße 4, 28359 Bremen

E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Ansgar Gerhardus© Harald Rehling
Team around Ansgar Gerhardus from the IPP receive international award

Einem Team um Wissenschaftler*innen aus der Abteilung Versorgungsforschung am IPP wurde der Egon Jonsson-Preis für den besten Artikel in der Fachzeitschrift International Journal of Technology Assessment in Health Care verliehen verliehen. Die Preisverleihung fand im Rahmen der virtuellen Abschlussveranstaltung der Tagung der internationalen Fachgesellschaft HTAi 2020 in Peking am 10. Dezember 2020 statt. Der Preis wird jährlich verliehen und ist nach dem Gründer und langjährigen Herausgeber der Zeitschrift benannt.
Der Artikel beschäftigt sich mit der Frage, wie soziale und kulturelle Aspekte in die Bewertung von gesundheitlichen Technologien einbezogen werden können. Er wurde von Anne Stich, Kati Mozygemba und Ansgar Gerhardus zusammen mit internationalen Kolleg*innen im Rahmen des EU-gefördert Projekts Integrated health technology assessment for evaluating complex technologies (INTEGRATE-HTA) erstellt.

Stich AK, Mozygemba K, Lysdahl KB, Pfadenhauer LM, Hofmann B, van der Wilt GJ, Gerhardus A. Methods Assessing Sociocultural Aspects of Health Technologies: Results of a Literature Review. Int J Technol Assess Health Care. 2019 Jan;35(2):99-105. doi: 10.1017/S0266462319000102.

Contact:
Prof. Dr. med. Ansgar Gerhardus, M.A., MPH, Mitglied des Direktoriums des IPP, Leiter der Abt. 1 Versorgungsforschung – Department for Health Services Research, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Fachbereich 11
Universität Bremen, E-Mail: ansgar.gerhardus@uni-bremen.de
https://www.ipp.uni-bremen.de/forschung/abteilung-1--versorgungsforschung/

© Photo by Alex Motoc on Unsplashgab
Department of Social Epidemiology is developing guidelines for municipal stakeholders to increase the resilience of city neighbourhoods

The project “A Stress Test for Resilient Neighbourhoods: The impact of epidemics on neighbourhoods and strategies to increase their resilience” is being carried out by the Department of Social Epidemiology of the Institute of Public Health and Nursing Research, University of Bremen, in cooperation with BPW Stadtplanung, Bremen. The project is funded by the German Federal Environmental Foundation.

The project aims to identify urban design, environmental and socio-economic characteristics of city neighbourhoods that, on the one hand, influence the spread of SARS-CoV-2 and, on the other hand, reduce the negative effects of infection control measures Through the framework of a so-called stress test, criteria for selected city neighbourhoods will be analysed to determine which strategies and instruments of urban planning can contribute to promoting positive effects and reducing negative effects. It can be assumed that epidemics of infectious respiratory disease will continue to occur in the future, so that the aim is to increase the resilience of urban neighbourhoods. This research project will investigate the current and potential contribution to resilience of urban planning instruments interacting with public health instruments. The project results will be summarized in guidelines for municipal stakeholders with recommendations for action.

Contact:

Prof. Dr. Gabriele Bolte

Dr. Jacqueline Hamilton

Department of Social Epidemiology

Institute of Public Health and Nursing Research

gabriele.bolte@uni-bremen.de

hamilton@uni-bremen.de

Forschungsprojekte zu den Folgen der Corona-Krise am IPP im Weser-Kurier

Der Weser-Kurier berichtet über aktuelle Forschungsprojekte am IPP (und anderswo) zu den Folgen der Corona-Krise:
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-die-coronakrise-besser-verstehen-_arid,1947039.html

Hier werden Forschungsprojekte von Dr. Monika Urban zur Nutzung der Corona-App und zur Datenspende-App des RKI und Projekte von Christopher Jones und Prof. Dr. Benjamin Schüz anhand von ersten Befunden vorgestellt.

Contact:
Prof. Dr. Benjamin Schüz
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Research
Department n.n.
Mail: benjamin.schuez@uni-bremen.de
www.ipp.uni-bremen.de

Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – November 2020

Besteht tatsächlich berechtigter Anlass zu glauben, dass in Zukunft Roboter das Pflegepersonal entlasten oder gar ersetzen und die Lebensqualität der Pflegeheimbewohner verbessern können?

Ein Forscherteam der Technischen Universität Eindhoven in den Niederlanden und der Polytechnischen Universität Xian in China veröffentlichte 2019 eine Studie, welche die Auswirkungen des interaktiven Systems LiveNature auf Pflegeheimbewohner in einem niederländischen Pflegeheim untersuchte. Ziel war es, ein ganzheitliches und multisensorisches Konzept in die Pflege zu integrieren, um durch das gegenseitige Aufeinandereingehen und Reagieren positive Emotionen zu wecken, soziale Bindungen zu stärken und die Aufmerksamkeit und Kommunikation wiederherzustellen oder zumindest zu verbessern. Die Studienteilnehmer gaben insgesamt ein positives Feedback. Das System LiveNature wirkte sich besonders positiv auf die Aufmerksamkeit und aktive Teilnahme der Pflegeheimbewohner aus. 

In einer Studie aus dem Jahr 2018 untersuchten türkische Forscher der Marmara Universität in Istanbul den Zusammenhang zwischen dem Vertrauen in Roboter, dem Grad ihrer „Vermenschlichung“, der Bereitschaft mit ihnen zu arbeiten und dem Grad ihrer Automatisierung. Diese Faktoren spielen eine Rolle hinsichtlich der Wahrnehmung und Akzeptanz von Robotern bei Pflegekräften im Arbeitsprozess. Vor allem der Automatisierungsgrad der Roboter spielt in Bezug auf Anpassung an den „neuen Kollegen“ und einer Verbesserung von pflegerischen Leistung und Produktivität eine deutliche Rolle. Die Auswertung ergab, dass die Ähnlichkeit der Roboter zum Menschen erstaunlicherweise nicht relevant für das Vertrauen war. Vielmehr waren die Teilnehmer dann eher bereit mit diesen zu arbeiten, wenn sie der Technik der Roboter vertrauten. Dieses wiederum war abhängig von dem zu erkennenden tatsächlichen Nutzen der Roboter für die Arbeit der Pflegekräfte und der grundsätzlichen Bereitschaft, einen höheren Automatisierungsgrad zu akzeptieren.

Forscher der Social Welfare Corporation, der Universitätsklinik in Tokyo, Japan, und des University College Dublin, Irland, veröffentlichten 2018 eine Studie, welche die Effektivität und den Einfluss von sozial assistierenden Robotern (SAR) auf die Pflege von älteren Menschen und deren aktiver Teilnahme am Geschehen untersuchte. Die Ergebnisse zeigten, dass sich die SAR-Roboter positiv auf die Aktivität und Teilnahme der Teilnehmer in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe auswirkten. Zudem konnten Verbesserungen in den Bereichen Kommunikation, Selbstpflege und Sozialleben beobachtet werden. Die Forscher sehen daher ein großes Potential in SAR-Robotern, um die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern. 

Görres, S. & Brunswieck, R. (2020). Roboter. Die künftigen Kollegen? 11/20, S. 30-31. Hannover: Vincentz Network.

Website: http://www.altenpflege-online.net/

Den aktuellen Beitrag finden Sie hier.

Kontakt und Information:

Prof. Dr. Stefan Görres

Universität Bremen

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen

E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

IPP Info 17© Katharina Mahlert/ Universität Bremen
17. Ausgabe des IPP-Info neu erschienen

Das IPP-Info 17 beleuchtet in seinem Schwerpunktthema Soziologische Perspektiven für Public Health. Als Multidisziplin beschäftigt sich Public Health in vielfältiger Weise mit den Wechselverhältnissen von Gesundheit und Gesellschaft. Ein soziologischer Blick kann dabei unterschiedliche Perspektiven einnehmen. Im vorliegenden Heft wird die Perspektive einer eher reflektierenden ‚Soziologie der Public Health‘ fokussiert.  Diese nimmt soziale und politische Dynamiken in den Blick und untersucht, wie diese mit Public Health Interventionen, ihren Begriffen oder ihren Forschungsfeldern interagieren.
Sie beschäftigt sich z.B. mit Fragen wie: Welche sozialen und gesundheitlichen Dynamiken werden von Public Health aufgegriffen? Welchen Einfluss hat Public Health auf soziale Phänomene? Auf welche Weise prägen soziale und gesellschaftliche Gegebenheiten unsere Vorstellungen, aber auch unser Erleben von Gesundheit und Krankheit? Solche und ähnliche Fragestellungen werden im Schwerpunktteil an konkreten gesundheitswissenschaftlichen Themen diskutiert.
In den anschließenden Rubriken erfahren Sie wie immer Neues aus Forschung, Lehre und Transfer des IPP.  Die Herausgebenden und das Redaktionsteam wünschen eine anregende Lektüre!

Online-Ausgabe des IPP-Infos 17 mit Literaturangaben unter:

http://www.ipp.uni-bremen.de/veroeffentlichungen/ipp-info/

IPP-Info 17. Schwerpunktthema: Soziologische Perspektiven für Public Health.

Ausgabe 17, 15. Jahrgang. Herausgebende: Prof. Dr. Gabriele Bolte, Prof. Dr. Ansgar Gerhardus, Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann (Direktorium des Instituts für Public Health und Pflegeforschung, Universität Bremen). Redaktion: Prof. Dr. Henning Schmidt-Semisch, Dr. Monika Urban, Dr. Martina Wachtlin, Dr. Friedrich Schorb, Sophie Rubscheit M.A., Heike Mertesacker MPH.
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Universität Bremen: Herbst 2020
ISSN: 1864-4074 (Printausgabe)
ISSN: 1864-452X (Internetausgabe)

Kontakt & Information:
Heike Mertesacker MPH, Universität Bremen, Institut für Public Health und Pflegeforschung IPP, Wissenschaftliche Koordination IPP-Geschäftsstelle
Mail: hmertesa@uni-bremen.de

Bestelladresse Printausgabe:
Neli Perchemlieva (Sekretariat/ Verwaltung), Geschäftsstelle Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Fachbereich 11, Universität Bremen.
Mail: neli.perchemlieva@uni-bremen.de
www.ipp.uni-bremen.de

Dr. Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats und Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck mit dem Deutschen Pflegepreis, der in Form eines Ringes und einer Urkunde überreicht wird © DPSG Pauls
Würdigung der Bremer Professorin durch Deutschen Pflegerat

Im Rahmen des diesjährigen Deutschen Pflegetags in Berlin wurde der Deutsche Pflegepreis 2020 an Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck vom Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen verliehen. Gleichzeitig würdigte der Deutsche Pflegerat mit der Verleihung die beiden Professorinnen Gertrud Hundenborn und Dr. Barbara Knigge-Demal. Für alle drei gelte gleichermaßen, dass sie sich nicht mit der Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse begnügt, sondern darüber hinaus auch die Weiterentwicklung zentraler Strukturen erfolgreich vorangetrieben hätten, so die Jury in ihrer Begründung. Dazu gehören der Aufbau von Studiengängen und Forschungsverbünden sowie ihr entscheidendes Mitwirken im Rahmen ihrer ausdauernden Netzwerkarbeit mit Institutionen aus Wissenschaft, Politik und Pflegepraxis. Dabei haben sie bereits frühzeitig die generalistische Perspektive vertreten. Die wissenschaftliche Arbeit haben alle drei auch mit berufspolitischen Aktivitäten verknüpft, um diese in die Öffentlichkeit zu tragen. Auch im neuen Pflegeberufegesetz und der Pflegeausbildungs- und Prüfungsverordnung, an deren Entwicklung und Implementierung sie mitgewirkt haben, sind die Verdienste der drei Professorinnen eindrücklich sichtbar.
Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck ist seit März 2003 an der Universität Bremen tätig und forscht und lehrt mit den Schwerpunkten der Curriculum- und Qualifikationsforschung in der Pflegebildung auf hochschulischem und schulischem Niveau. In der Abteilung werden u.a. situations- und kompetenzorientierte Curricula und mediengestützte Lehr-/Lernangebote entwickelt, implementiert und evaluiert, wie das Nationale Mustercurriculum Kommunikative Kompetenz oder die digital gestützte CAre Reflection Online (CARO) - Lernumgebung. Vor dem Hintergrund des zugrundeliegenden pflegedidaktischen Modells der Interaktionistischen Pflegedidaktik stellt die kritisch-reflexiver Identitätsbildung ein zentrales Ziel der entwickelten Bildungsangebote dar.
Der Deutsche Pflegepreis wird jährlich vom Deutschen Pflegerat, Dachverband von 16 Pflegeverbänden und -organisationen in Deutschland, verliehen. Er vertritt die Interessen von rund 100.000 Mitgliedern sowie von rund 1 Mio. professionell Pflegenden in Deutschland auf der Bundesebene. Die Auszeichnung hat Darmann-Finck bereits im März 2020 erhalten. Die Preisverleihung konnte aber erst jetzt auf dem nachgeholten Deutschen Pflegetag in kleinerem Rahmen stattfinden.

Contact:
Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck
University of Bremen
Faculty 11 Human and Health Sciences
Institute of Public Health und Nursing Reseach
Mail: darmann@uni-bremen.de
www.ipp.uni-bremen.de

Jun.-Prof. Dr. Birte Berger-Höger© dsfotos.de
Birte Berger-Höger übernimmt Leitung der Abteilung Pflegewissenschaftliche Evaluations- und Implementierungsforschung am IPP

Prof. Dr. Birte Berger-Höger ist seit dem 01.11.2020 Sprecherin der neu gegründeten Abteilung „Pflegewissenschaftliche Evaluations- und Implementierungsforschung“ am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen. Die Abteilung beschäftigt sich mit der Förderung einer evidenzbasierten Pflegepraxis zur Vermeidung von Über-, Unter-, oder Fehlversorgung von zu Pflegenden und ihren Angehörigen.
Zum einen werden komplexe pflegerische Interventionen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Effektivität untersucht. Anderseits geht es darum evidenzbasierte Interventionen durch geeignete Implementierungskonzepte, die theoriegeleitet entwickelt und empirisch überprüft wurden, in die Praxis zu transferieren. Zentrale Fragestellungen sind dabei, welche Strategien, Prozesse und Faktoren die erfolgreiche Integration von evidenzbasierten Interventionen innerhalb bestimmter Versorgungssettings (bspw. in der ambulanten Versorgung, Langzeitpflegeeinrichtungen, Gemeinde oder akutstationären Settings) befördern und welche ggf. hemmend wirken.
Mit der Forschung soll darüber hinaus ein Beitrag zur Weiterentwicklung der Theorien, Konzepte und Methoden der Evaluations- und Implementierungsforschung geleistet werden.

Ein besonderer Schwerpunkt in diesem Bereich ist dabei die Förderung der informierten gemeinsamen Entscheidungsfindung (Informed Shared Decision Making und Decision Coaching). Informed Shared Decision Making zielt darauf ab, Bürger*innen, Patient*innen und pflegebedürftigen Menschen ihr ethisch verbrieftes Recht auf informierte Entscheidungen zu ermöglichen, die ihr Leben und ihre Gesundheit betreffen. Entscheidungen gelten als informiert, wenn sie auf angemessenem Wissen der betroffenen Menschen basieren und im Einklang mit ihren persönlichen Wertvorstellungen und Wünschen getroffen werden. Untersucht werden Interventionen, die die informierte Entscheidungsfindung fördern. Dabei können professionell Pflegende gemeinsam mit zu pflegenden Menschen und ihren Angehörigen Entscheidungen hinsichtlich pflegerelevanter Probleme treffen oder als Decision Coaches Menschen bei ihrer Entscheidungsfindung mit Blick auf diagnostische oder therapeutische Entscheidungen unterstützen. Die Informationen zu den verschiedenen Handlungsoptionen werden laienverständlich in Form von evidenzbasierten Gesundheitsinformationen z.B. als so genannte Entscheidungshilfen in unterschiedlichen Formaten aufbereitet und im Vorfeld mit den Zielgruppen auf Verständlichkeit und Akzeptanz getestet.

Prof. Dr. Birte Berger-Höger ist seit dem 01. November 2020 Juniorprofessorin für Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Evaluation und Implementierung am Fachbereich 11 der Universität Bremen. Nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin studierte sie an der Universität Hamburg das Lehramt berufliche Schulen mit der Fächerkombination Gesundheitswissenschaften und Sozialwissenschaften und promovierte dort zum Thema Decision Coaching durch spezialisierte Pflegefachkräfte in der Onkologie. Danach arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg, wo sie an mehreren Forschungsprojekten beteiligt war. Hierzu zählten u.a. die Implementierung einer Leitlinie für Ersteller*innen von Gesundheitsinformationen und Decision Coaching durch spezialisierte Pflegefachkräfte für gesunde Frauen mit einer pathogenen BRCA1/2 Mutation, sowie die formative Evaluation einer cluster-randomisiert kontrollierten Studie zur Implementierung einer komplexen Intervention zur Reduktion freiheitseinschränkender Maßnahmen in der stationären Altenpflege.
Seit 2020 ist sie Sprecherin im Fachbereich Aus-, Weiter-, und Fortbildung im Netzwerk evidenzbasierte Medizin e.V..

Kontakt
Prof. Dr. Birte Berger-Höger
Sprecherin der Abteilung Pflegewissenschaftliche Evaluations- und Implementierungsforschung
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften
Universität Bremen
E-Mail: birte.berger-hoeger@uni-bremen.de

Assistenz: Christiane Degering-Machirus
E-Mail: degering@uni-bremen.de