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© AFOOT-Projekt (T. Brüchert)© AFOOT-Projekt (T. Brüchert)
Alle acht Abteilungen des Instituts für Public Health und Pflegeforschung im Forschungscluster „Gesunde Stadt Bremen“ aktiv

Wie wird Bremen fit für die gesundheitlichen Herausforderungen der Zukunft? Das ist eine der Fragen, die das gemeinsame Forschungscluster der Universität Bremen, der Hochschule Bremen und der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft im Kontext des Integrierten Gesundheitscampus Bremen untersucht.

Bremen steht wie viele Städte, in denen es große Unterschiede in den sozialen Lebensverhältnissen gibt, vor Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung und einer gesundheitsfördernden Stadtentwicklung.
Soziale Ungleichheiten führen dazu, dass Angebote der Prävention und Gesundheitsversorgung sehr unterschiedlich von den Menschen wahrgenommen werden können. Große Unterschiede sind dort zu verzeichnen, wo es um ihre Lebenswelten geht: So sind beispielsweise Wohngebiete, in denen überwiegend günstige Wohnungen liegen, stärker von Verkehrslärm betroffen. Bei Krisen, wie der aktuellen Pandemie, sind sie außerdem von höheren Infektionsraten betroffen als andere Wohnlagen.

Forschungscluster im Rahmen des neuen Integrierten Gesundheitscampus Bremen

Unter dem Titel „Gesunde Stadt Bremen: Interprofessionell, digital, nachhaltig“ startet die Universität Bremen jetzt zusammen mit der Hochschule Bremen und der APOLLON-Hochschule der Gesundheitswirtschaft ein Forschungscluster im Rahmen des Integrierten Gesundheitscampus Bremen. Der integrierte Gesundheitscampus Bremen wurde von der Senatorin für Wissenschaft und Häfen in Kooperation mit der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz als Teil der Koalitionsvereinbarungen und des Wissenschaftsplans initiiert und gefördert und konzentriert sich auf die Vernetzung im Wissenschafts- und Gesundheitssektor.

Das Forschungscluster „Gesunde Stadt Bremen“ wird ebenfalls von der Senatorin für Wissenschaft und Häfen gefördert. Von der Universität Bremen werden Wissenschaftler:innen aus dem Wissenschaftsschwerpunkt Gesundheitswissenschaften, insbesondere aus dem Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) sowie dem SOCIUM - Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik beteiligt sein. Aus der Hochschule Bremen werden Wissenschaftler:innen aus der Fakultät Gesellschaftswissenschaften, der Fakultät Architektur, Bau und Umwelt sowie dem Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft vertreten sein und die APOLLON-Hochschule der Gesundheitswirtschaft beteiligt sich mit zwei Professor:innen. Die Laufzeit des Forschungsclusters beträgt vier Jahre.

Studien untersuchen Möglichkeiten für gesundheitliche Chancengleichheit

In inhaltlich eng verzahnten Projekten untersuchen interdisziplinäre Teams aus den beteiligten drei Hochschulen, wie beispielsweise auf der Verwaltungsebene die Zusammenarbeit verschiedener Bereiche durch ein integriertes kleinräumiges Monitoring gefördert werden kann oder wie digitale Technologien Teilhabe und soziale Integration von Menschen mit Pflegebedarf vor Ort unterstützen können. Weitere Fragen, die beleuchtet werden: Wie können in Quartieren niedrigschwellige Zugänge für die Versorgung werdender Mütter, die Vorbeugung von Erkrankungen bei älteren Menschen und Gesundheitsförderung mit Jugendlichen realisiert werden? Und wie kann die bremische Gesundheitsversorgung für künftige Krisen im Rahmen von Klimawandel und Extremereignissen fit gemacht werden?  

Wir möchten zu einer nachhaltigen, klimagerechten und gesundheitsfördernden Stadtentwicklung beitragen“, sagt Professorin Gabriele Bolte vom Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen, Sprecherin des Forschungsclusters für die Universität Bremen.

Deshalb ist es uns wichtig, dass wir unsere Erkenntnisse gemeinsam mit den Verwaltungen und Akteuren in den Stadtteilen gewinnen und wieder zur Verfügung stellen“, ergänzt Professor Matthias Zündel von der Hochschule Bremen. Dies sei durch die enge Zusammenarbeit der Forschenden mit den Akteur:innen vor Ort und durch den Einbezug der Personen, mit denen und für die Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung in den Stadtteilen geschehen solle, gewährleistet. „Wir brauchen diese engere Zusammenarbeit von Sozial- und Gesundheitsfachkräften vor Ort, aber auch zwischen den Verwaltungen in Bremen und Bremerhaven“, betont Professorin Johanne Pundt der APOLLON-Hochschule. In diesem Forschungscluster vernetzen sich erstmalig Wissenschaftler:innen der drei bremischen Hochschulen.

Die Forschung erfolgt in sechs Teilprojekten, für die fünf Promotions- und eine PostDoc-Stelle bis zum 19.4.22 ausgeschrieben sind (Stellenausschreibungen Universität Bremen).

PM der Universität Bremen vom 14.03.22, Autorin: Christina Selzer

Prof. Dr. Gabriele Bolte
Geschäftsführende Direktorin des IPP
Sprecherin des Forschungsclusters für die Universität Bremen
Institut für Public Health und Pflegeforschung IPP)
Abteilung Sozialepidemiologie
gabriele.bolte@uni-bremen.de
https://www.ipp.uni-bremen.de/abteilungen/sozialepidemiologie/

Prof. Dr. Birte Berger-Höger© dsfotos
„Die richtigen Entscheidungshilfen sollten die Vor- und Nachteile adressatengerecht und verständlich präsentieren“

Wer eine passende Verhütungsmethode sucht, braucht evidenzbasierte Informationen. Das gemeinsame Projekt des Instituts für Public Health und Pflegeforschung IPP der Universität Bremen und der Universität Halle „GenDivInfo“ entwickelt jetzt ein Konzept für Leitlinien, damit auf Laien zugeschnittene Informationen bereitgestellt werden können.

„Die richtigen Entscheidungshilfen sollten die Vor- und Nachteile adressatengerecht und verständlich präsentieren“, sagt Professorin Birte Berger-Höger vom Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen. Gemeinsam mit Professorin Anke Steckelberg vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg arbeitet sie an dem neuen Projekt „GenDivInfo“.

Dieses Projekt entwickelt ein Konzept zur Erstellung medizinischer Leitlinien und wissenschaftsbasierter Entscheidungshilfen für Laien, die die verschiedenen Facetten von Geschlecht und Vielfalt (gender- und diversitätsspezifische Aspekte) von Menschen berücksichtigen. Dazu gehören zum Beispiel Fragen, ob medizinische Behandlungen bei Personen unterschiedlicher Geschlechter anders wirken oder auch ob sie unterschiedliche Informationsbedarfe haben. Entwickelt und erprobt wird das Konzept am Beispiel der Leitlinie zu nicht-hormonellen Verhütungsmitteln zu denen zum Beispiel Kondome oder auch natürliche Verhütungsmethoden zählen.

Weitere Kooperationspartnerin von der Universität Bremen ist Dr. Margrit E. Kaufmann, Diversitäts- und Intersektionalitätsforschung im Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft.
Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vom 01.04.2022 – 31.03.2025.

Prof. Dr. Birte Berger-Höger ist seit 2020 Sprecherin der Abteilung Pflegewissenschaftliche Evaluations- und Implementierungsforschung am Institut für Public Health und Pflegeforschung IPP der Universität Bremen.

Lesen Sie die vollständige Pressemitteilung der Universität Bremen von Christina Selzer unter:

https://www.uni-bremen.de/universitaet/hochschulkommunikation-und-marketing/aktuelle-meldungen/detailansicht/informiert-verhueten-projekt-optimiert-medizinische-leitlinien

Kontakt:

Prof. Dr. phil. Birte Berger-Höger
Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Public Health und Pflegeforschung IPP
Abteilung Pflegewissenschaftliche Evaluations- und Implementierungsforschung
Universität Bremen
Telefon: +49 421 218-68900
E-Mail: birte.berger-hoeger@uni-bremen.de