Aktuelles Abteilung 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung

Der Bremer Pflegewissenschaftler Prof. Stefan Görres im taz-Interview

Prof. Dr. Stefan Görres vom Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen äußert sich im taz-Interview zur Fachkraftquote und der Qualität der Pflege in Heimen. Lesen Sie den Beitrag unter:
https://taz.de/Pflegerinnenmangel-in-Heimen/!5700955/?goMobile2=1594080000000

Kontakt:
Prof. Dr. Stefan Görres
Universität Bremen, Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Sprecher Abt. Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de
https://www.ipp.uni-bremen.de/abteilungen/interdisziplinaere-alterns-und-pflegeforschung/

Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – Juli 2020

Die Unterschiede zwischen jüngerer und älterer Generation können zu Vorurteilen gegenüber der jeweils anderen Generation führen. Wie das Konzept der intergenerationellen Arbeit Barrieren zwischen jüngeren und älteren Menschen verringern und bei älteren Pflegeheimbewohner*innen Wohlbefinden, Ich-Identität und Lebenssinn verbessern kann, verdeutlicht Prof. Görres anhand drei pflegewissenschaftlicher Studien:
Ein australisches Forscherteam hat eine Studie zur „Avondale Intergenerational Design Challange“ durchgeführt, in der Schüler*innen durch den Austausch mit Pflegeheimbewohner*innen einen personalisierten Gegenstand für diese erstellen sollten. Die Analyse der Daten zeigte bei den Pflegeheimbewohner*innen eine deutliche Verbesserung ihres Wohlbefindens und eine signifikant gestiegene Häufigkeit der Teilnahme von Bewohner*innen mit kognitiven Einschränkungen.
Forscher*innen aus Italien haben in einer Studie untersucht, wie unterschiedliche gemeinsame Aktivitäten die intergenerationelle Bindung zwischen Pflegeheimbewohner*innen und Jugendlichen stärken können. Die Auswertung ergab, dass sich Generationsvorurteile abbauten und sich das emotionale Wohlbefinden der Pflegeheimbewohner*innen durch die Aktivitäten verbesserte.
In einer Studie von Forscher*innen aus Südkorea wurden die Auswirkungen eines intergenerationellen Programms untersucht, welches die Interaktion zwischen älteren Pflegeheimbewohner*innen und Schüler*innen fördern sollte. Das Programm beinhaltete Aktivitäten, wie etwa Übungssitzungen zur intergenerationellen Kommunikation. Die Evaluation des Programms zeigte bei den Bewohner*innen einen Anstieg der Ich-Identität, der positiven Emotionen und der Anpassung an die Lebensumstände im Pflegeheim und bei den Schüler*innen einen Anstieg in den Bereichen Ich-Identität, positive Emotionen und Wahrnehmung von älteren Menschen.

Görres, S. & Brunswieck, R. (2020). Generationen: Vorurteile überwinden. 07/20, S. 24-25. Hannover: Vincentz Network.
Website: http://www.altenpflege-online.net/

Kontakt und Information:
Prof. Dr. Stefan Görres
Universität Bremen
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen
E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – Juni 2020

Besonders in Pflegeheimen kann sich die Influenza schnell verbreiten und somit Pflegende und Pflegeheimbewohner*innen beeinträchtigen. Wie das sogenannte Ausbruchsmanagement Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen schützen kann, verdeutlicht Prof. Görres anhand drei pflegewissenschaftlicher Studien:
Australische Forscher*innen haben eine Studie veröffentlicht, in der Hindernisse bei der Umsetzung der australischen Richtlinie für das Ausbruchsmanagement bei Influenza in Pflegeheimen ermittelt wurden. Am häufigsten wurden folgende Hindernisse genannt: Skepsis gegenüber der Grippeimpfung seitens des Personals, der zeitliche Aufwand und die Mühe, um die Leitlinien zu lesen, sowie der Mangel an Räumlichkeiten, um die Bewohner*innen während eines Ausbruchs zu trennen.
Forscher*innen aus Italien haben in einer Studie das Verhalten und die Einstellung von Pflegepersonal gegenüber der Grippeschutzimpfung beschrieben und ihre Bedenken untersucht. Die Auswertung der Studie zeigte, dass nur wenige der teilnehmenden Pflegekräfte eine jährliche Grippeschutzimpfung in Anspruch genommen hatten. Außerdem wurde eine ablehnende Einstellung gegenüber einer jährlichen Grippeschutzimpfung beim Pflegepersonal und Bedenken bezüglich der Sicherheit dieser Impfung geäußert.
Ein australisches Forscherteam hat in einer Studie Faktoren untersucht, welche mit negativen Auswirkungen auf den Verlauf von Grippeausbrüchen in Pflegeheimen assoziiert werden. Die Analyse der Daten zeigte, dass eine frühzeitige Meldung des Influenzaausbruchs an die lokalen Gesundheitsämter und eine hohe Durchimpfungsrate bei den Pflegeheimbewohner*innen einen positiven Effekt auf den Verlauf von Grippeausbrüchen in Pflegeheimen hatte.

Görres, S. & Brunswieck, R. (2020). Influenza: den Ausbruch managen. 06/20, S. 26-27. Hannover: Vincentz Network.
Website: http://www.altenpflege-online.net/

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Prof. Dr. Stefan Görres
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Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen
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Bremer Pflegewissenschaftler vom Institut für Public Health und Pflegeforschung im Interview

Die Misshandlungen in einem Celler Pflegeheim sind für den Bremer Gerontologen Stefan Görres kein Einzelfall. Er plädiert im Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) für eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit. Große Heime hält Stefan Görres für überholt.
„Es werden jeden Tag Fehler gemacht – überall“. Bremer Pflegewissenschaftler Stefan Görres im Interview mit Michael B. Berger. Hannoversche Allgemeine Zeitung, 02.07.2020, S. 8.

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Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – Mai 2020

Das Beleuchtungsniveau in den Innenräumen vieler Pflegeheime wird als eher niedrig eingestuft und demzufolge für die dort lebenden älteren Menschen als unzureichend angesehen. Die gegebenen Umweltbedingungen und altersbedingte physiologische Faktoren können den Biorhythmus, den Schlaf und die gesamte Stimmung der Bewohner*innen stören. Wie Licht eingesetzt werden kann, um den Schlaf und die Stimmung der Pflegeheimbewohner*innen zu verbessern, verdeutlicht Prof. Görres anhand drei pflegewissenschaftlicher Studien:
Forscher*innen aus der Türkei veröffentlichten eine Studie, in der die Auswirkungen einer Lichttherapie mit Sonnenlicht auf die Schlafprobleme und die Schlafqualität älterer Menschen in einem Pflegeheim untersucht wurden. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass der Aufenthalt im natürlichen Sonnenlicht sich positiv auf den Schlaf der Pflegeheimbewohner*innen ausgewirkt hat.
Eine Studie von Forscher*innen aus England und den Niederlanden untersuchte, wie sich eine Erhöhung des Innenlichtniveaus mit Blau angereichertem weißem Licht auf das Verhalten bei älteren Menschen in Pflegeheimen auswirkt. Die Studie konnte zeigen, dass mit Blau angereichertes Licht den Wachzustand zwischen Schlafbeginn und -ende sowie die Nachtaktivität erhöht. Außerdem wirkte sich das Licht positiv auf den Ruheaktivitätsrhythmus, die Tages- und Nachtaktivität, die subjektive Angst und die Schlafqualität aus.
Forscher*innen der Charité Universitätsmedizin Berlin veröffentlichten eine Studie, in der der Einfluss eines dynamischen Beleuchtungssystems auf Agitations- und Ruhezyklen bei älteren Menschen in Pflegeheimen untersucht wurde. Die Auswertung der Studie zeigte, dass die dynamische Beleuchtung insbesondere nicht köperbetonte aggressive Verhaltensweisen reduzierte.

 
Görres, S. & Gräf, C. (2020). Richtig Helle: Was Licht bewirkt. 05/20, S. 28-29. Hannover: Vincentz Network.
Website: http://www.altenpflege-online.net/

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Prof. Dr. Stefan Görres© Harald Rehling / Universität Bremen
Der Bremer Pflegewissenschaftler Prof. Stefan Görres im buten un binnen-Interview

Fast 60 Prozent der Corona-Toten in Bremen lebten in Pflegeheimen. Ein Drittel sind es bundesweit. Laut Experte Prof. Dr. Stefan Görres vom Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen sollten Kommunen Verantwortung für Pflege übernehmen.
Hier geht es zum Interview:
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/corona-pflege-tote-alte-versorgung-zukunft-bremen-100.html


Autorin: Birgit Reichardt
buten un binnen Nachrichten, 31.05.20

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Prof. Dr. Stefan Görres
Universität Bremen, Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
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Pflegewissenschaftliche Studien im Überblick – April 2020

Mitarbeiter*innen in Langzeitpflegeeinrichtungen sehen sich vielfach hohen Anforderungen ausgesetzt und leiden häufiger an einem Burn-Out-Syndrom als Pflegekräfte in ambulanten Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Gekennzeichnet wird Burn-Out durch emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und dem Gefühl verminderter persönlicher Leistung. Welche Risikofaktoren zu der Entstehung eines Burn-Outs beitragen und welche Auswirkungen dieses auf die Arbeit in Langzeitpflegeeinrichtungen haben kann, verdeutlicht Prof. Görres anhand drei pflegewissenschaftlicher Studien:
Forscher*innen aus Kroatien und Slowenien veröffentlichten eine Studie, in der das Auftreten von Burn-Out bei Pflegefachkräften in Langzeitpflegeeinrichtungen sowie der Zusammenhang zwischen Burn-Out und der Wahrnehmung und Ausübung von Misshandlungen und Vernachlässigung von Pflegeheimbewohner*innen durch das Pflegepersonal untersucht wurde. Die Studie bestätigte einen Zusammenhang zwischen Misshandlungen, Vernachlässigung und den drei Dimensionen des Burn-Out-Syndroms.
Eine Studie von französischen Forscher*innen untersuchte den Zusammenhang von Vernachlässigung und missbräuchlichem Verhalten von Pflegekräften in Langzeitpflegeeinrichtungen und deren Arbeitssituation sowie Ausprägung des Burn-Outs. Die Studienergebnisse zeigten eine Beziehung zwischen Burn-Out und dem vernachlässigten und missbräuchlichem Verhalten gegenüber älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen.
Taiwanische Forscher*innen veröffentlichten eine Studie, in welcher der Zusammenhang zwischen Burn-Out-Syndrom des Pflegepersonals und dem Wohlbefinden der Bewohner*innen in Langzeitpflegeeinrichtungen untersucht wurde. Die Analysen ergaben, dass die Dimension Depersonalisierung des Burn-Out-Syndroms bei den Pflegekräften mit einer geringeren Zufriedenheit und Lebensqualität sowie depressiven Symptomen bei Pflegeheimbewohner*innen zusammenhängen.


Görres, S. & Gräf, C. (2020). Ausgebrannt. Hilfe bei Burn-Out. 04/20, S. 30-31. Hannover: Vincentz Network.
Website: http://www.altenpflege-online.net/

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