Nicki Gobrecht, M.A.
Erziehungswissenschaftler
IPP- Institut für Public Health und Pflegeforschung
Abteilung 4: Qualifikations- und Curriculumforschung
Universität Bremen
Telefon: +49 421 218-68947
E-Mail: gobrecht@uni-bremen.de
Promotionsthema:
Zum professionellen Selbstbild Pflegender in der stationären Gesundheits- und Krankenpflege - Eine explorative Bestandsaufnahme der NutzerInnenorientierung im klinischen Setting
Das stationäre Setting des Krankenhauses ist krisen- und konfliktexponiert: Personelle Verknappungen, hohes Administrationsaufkommen, deutlich zunehmende Arbeits- und Belastungsverdichtungen sowie ausgeprägte Rationalisierungs- und Ökonomisierungsprozesse (Stichwort: DRGs) stehen vordergründig dem ursprünglich "caritativen" Auftrag des Krankenhauses dialektisch gegenüber und können, insbesondere dann, wenn sie in eine Rationierung psychosozialer Zuwendung münden, einer NutzerInnenorientierung zuwiderlaufen.
Im Rahmen des Dissertationsprojektes wird vermittels einer qualitativen Befragungsstudie eruiert, ob und inwiefern das Paradigma der NutzerInnenorientierung, das eine grundlegende Revision des konventionellen Patientenbildes intendiert, im professionellen Selbstbild Pflegender subjektiv repräsentiert wird. Die im Vordergrund stehenden Subjektdeutungen jener Akteure, die im stationären Setting des Krankenhauses den dichtesten Patientenkontakt vollziehen, sollen die Datengrundlage zur Erfassung einer klinischen NutzerInnenorientierung abbilden. Sind passivierende, expertokratische und/oder (neo-)paternalistische Strukturen im professionellen Selbstbild der Befragten oder eher Prinzipien einer genuinen NutzerInnenorientierung, die den Patienten als Partner und Koproduzenten jenseits asymmetrischer Rollenverteilungen akzeptieren, abbildbar? Welchem Selbst- und Aufgabenverständnis fühlen sich Pflegende verpflichtet? Und: Was bedeutet dies für die NutzerInnen?
Die generierten Daten, so eine Arbeitshypothese, perpetuieren sich hinsichtlich deren Bedeutungsgehalt durch den Fokus vulnerabler Patienten. Dies offeriert eine valide Basis bezüglich der explorativen Bestandsaufnahme der Etablierung einer klinischen NutzerInnenorientierung.
Miriam Tariba Richter
Diplomberufspädagogin Pflegewissenschaft
IPP - Institut für Public Health und Pflegeforschung
Abteilung 4: Qualifikations- und Curriculumforschung
Universität Bremen
Telefon:+49 421 218-68912
E-Mail: miriam.richter@uni-bremen.de
Promotionsthema:
Die narrative Anamnese im Rahmen einer biographischen "Diagnostik" im pflegerischen Setting der kardiologischen Rehabilitation. Eine konzeptuelle Entwicklung.
Ein Problem der kardiologischen Rehabilitation ist, dass bei der Planung der Interventionen kein Instrument zur Verfügung steht, welches ermöglicht die individuellen Probleme und Ressourcen der Patienten einzuschätzen. Dadurch werden bestehende individuelle, soziale, geschlechts- und alterspezifische Anforderungen der Rehabilitation zu wenig berücksichtigt. Die Ziele der Rehabilitation, wie die Änderung der eigenen Lebensführung, welche die Risiken einer koronaren Erkrankung bedingt, können daher nur eingeschränkt erreicht werden. Eine narrative Anamnese trägt dazu bei diese Anforderungen zu erfassen. Im Gegensatz zu Frage-Antwort-Gesprächen, gelangt man durch biographisches Erzählen zu subjektiven Bedeutungsstrukturen, die sich systematischem Abfragen versperren. Im Promotionsvorhaben wird ein Anamneseinstrument entwickelt, mit dem sich die multiperspektivischen individuellen Probleme und Ressourcen von Patienten der kardiologischen Rehabilitation erfassen lassen. Eine Anamnese, welche stärker an der Relevanz des Patienten orientiert ist, erweitert nicht nur die Einschätzung der Pflegenden, sondern fördert auch das Verständnis der Betroffenen für die Veränderung der eigenen Lebensführung.
Rosa Mazzola
Dipl. Gerontologin, Dipl. Pflegewirtin
Institut für Public Health und Pflegeforschung IPP
Universität Bremen
Telefon: +49 421 218-68911
E-Mail: rmazzola@uni-bremen.de
Promotionsthema:
Die Anwendung langfristiger enteraler Sondenernährung (PEG-Sonden) bei von Demenz betroffenen HeimbewohnerInnen
Die PEG-Anwendung bei Menschen mit Demenz ist von ungebrochener Relevanz für die stationäre Langzeitpflege sowie für die akutklinische Versorgung und stellt sowohl NutzerInnen des Gesundheitssystems als auch LeistungsanbieterInnen vor Herausforderungen, für die bislang noch keine angemessenen Lösungsmöglichkeiten vorliegen. Für innovative Entwicklungen im Sinne einer Stärkung des Selbstbestimmungsrechts von benachteiligten Bevölkerungsgruppen bedarf es präziser Kenntnisse über die Umstände, unter denen derzeit beteiligte Akteure entscheiden und handeln. Auf der Grundlage dieser Befunde sind Strategien für eine kompetente NutzerInnenorientierung anzustreben, die eine Sensibilisierung hinsichtlich eines informierten und partizipativ gestalteten diagnostischen, therapeutischen und ethischen Entscheidungsverfahrens ermöglichen.
Gerlinde Klimasch
Dipl. Berufspäd. Pflegewissenschaft
E-Mail: klimasch@uni-bremen.de
Promotionsthema:
"Empirische Rekonstruktion von Lern- und Bildungsprozessen in der Pflegeausbildung aus der Perspektive der Lernenden. Eine Längsschnittstudie"
Nach Oevermann zeigt sich professionelles berufliches Handeln als Gleichzeitigkeit von Theorie- und Fallverstehen. Demzufolge lässt sich ein wichtiger Kern professionellen Pflegehandelns als Zusammenspiel des Fachwissens von Pflegenden und ihrer Fähigkeit zum reflexiven hermeutischen Fallverstehen beschreiben. Bislang ist wenig über die hermeneutischen Kompetenzen bundesdeutscher Pflegender bekannt. Es ist noch ungeklärt, ob, inwiefern und v.a. wie diese für nutzerInnenorientiertes Pflegehandeln zentralen Kompetenzen in der Ausbildung erworben werden. Mit meinem Promotionsprojekt plane ich die Aneignungswege hermeneutischer Kompetenzen bei Lernenden der Pflege aus ihrer Perspektive zu erforschen. Hierzu werden im Rahmen einer Längsschnittstudie qualitative Interviews mit Lernenden nach der Hälfte und am Ende ihrer Ausbildung geführt. Ausgehend von den Ergebnissen werden anschließend Eckpunkte eines empirisch fundierten Konzeptes zur Förderung hermeneutischer Kompetenzen für die Pflegebildung formuliert.
Dennis Wernstedt
Dipl. Politikwissenschaftler
IPP - Institut für Public Health und Pflegeforschung
Universität Bremen
Telefon: 0421 218-68822
E-Mail: dennis.wernstedt@uni-bremen.de
Promotionsthema:
"Chronisch krank beim Übergang ins Erwerbsleben: Zwischen erfolgreicher Bewältigung und Exklusion - Biographische Krankheitsbewältigung junger Morbus Crohn- PatientInnen"
Der Übergang in das Erwachsenenleben stellt für viele Jugendliche eine sensible Lebensphase dar. Dies gilt insbesondere dann, wenn zu den "normalen" Herausforderungen dieser Statuspassage, wie der Aufbau einer eigenständigen Existenz und daran geknüpfte gesellschaftliche Erwartungen, eine chronische Krankheit in das eigene Lebenskonzept integriert werden muss.
Beim Morbus Crohn handelt es sich um eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED), von der in Deutschland nach derzeitiger Erkenntnis rund 150.000 Menschen betroffen sind.
Auch wenn die Krankheit in jedem Alter auftreten kann, wird die höchste Anzahl an Erstmanifestationen im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt verzeichnet. Neben den physischen Beschwerden, die sich aus dem Morbus Crohn und den Behandlungsfolgen ergeben, sind die Betroffenen mit (möglichen) Einschnitten in ihrer Lebenswelt konfrontiert. Die Frage, wie das soziale Umfeld auf die Krankheit reagiert bzw. reagieren könnte und die gesellschaftliche Tabuisierung von assoziierten Beschwerden, treten zum Belastungshintergrund der körperlichen Beeinträchtigung hinzu.
Mittels narrativ-biographischer Interviews soll in diesem Forschungsvorhaben untersucht werden, welche unterschiedlichen Bewältigungsstrategien von den Jugendlichen verfolgt werden und auf welche Bewältigungsressourcen dabei zurückgegriffen wird. Daran anknüpfend wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich Strategien und Ressourcen nach Geschlecht, Sozialstatus und Bildungsniveau unterscheiden und wo sich Zugangsbarrieren ausmachen lassen.
Tim Ellermann
M.Sc. European Public Health, B.A. Public Health / Gesundheitswissenschaften
IPP - Institut für Public Health und Pflegeforschung
Universität Bremen
Telefon: 0421 218-68842
E-Mail: ellermann@uni-bremen.de
Promotionsthema:
Online-Gesundheits-Communities – Nutzen und Perspektiven für eine nutzerInnenorientierte Gesundheitssicherung
Dissertation im Fach Public Health
Das Promotionsprojekt „Online-Gesundheits-Communities – Nutzen und Perspektiven für eine nutzerInnenorientierte Gesundheitssicherung“ behandelt mittels einer geplanten qualitativen Untersuchung den subjektiven Nutzen, beziehungsweise das subjektive Wirken von gesundheitsbezogenen online Communities auf deren Mitglieder mit einer chronischen Erkrankung.
Als Ziel der Arbeit sollen die gewonnenen Erkenntnisse in ein Konzept/Modell einfließen, welches für die weitere Entwicklung dieser online Netzwerke eine systematische Grundlage zu einer angemessenen nutzerInnenorientierten Gesundheitssicherung darstellen soll. Zusätzlich sollen die Implikationen für das Gesundheitswesen auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse aufgezeigt werden.
Für die geplante Untersuchung sollen 20-30 narrative Interviews mit Teilnehmern in gesundheitsbezogenen online sozialen Netzwerken durchgeführt werden, um im Kontext der Grounded Theory Hypothesen zu generieren. Die entsprechenden Forschungsfragen setzen demnach an der Zielgruppe der Patienten an:
- Welche Motive und Beweggründe haben Patienten chronischer Erkrankungen, Mitglied in einer Online-Gesundheits-Community zu sein?
- Sind die Mitglieder nur Teil der Gemeinschaft um bestimmte Informationen von ihr zu erhalten, oder gestalten sie die Portale aktiv mit, indem Gesundheitsinformationen geteilt und diskutiert werden?
- Wie nutzen die Mitglieder die zur Verfügung stehenden Informationen und setzen diese in ihrem Alltag um?
Das derzeitige Forschungsdesign schließt gegebenenfalls eine auf die qualitative Untersuchung folgende quantitative Untersuchung ein, um die gewonnen Hypothesen für eine Generalisierung zu verifizieren oder zu falsifizieren.