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Inhaltliche und strukturelle Evaluation der Modellstudiengänge zur Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe in NRW
Kooperationspartner: Prof. Dr. Reuschenbach, Katholische Stiftungsschule München Auftraggeber: Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen Projektlaufzeit: März 2012- Dezember 2014 HintergrundMit dem Ziel der langfristigen Sicherung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung – z. B. durch neue Formen der Kooperation zwischen Medizin und Pflege – und der Vereinheitlichung der europäischen Bildungssysteme ist die Akademisierung der Pflege-, der therapeutischen Gesundheitsfachberufe und des Hebammenberufs derzeit eine gesellschaftliche Notwendigkeit. Während die Erstausbildung in diesen Berufen international zum Teil bereits seit vielen Jahrzehnten fest an den Hochschulen verankert ist, findet sie in der Bundesrepublik zurzeit noch zu einem großen Teil an Fachschulen statt. Seit Mitte der 1990er Jahre existieren in Deutschland primärausbildende Pflegestudiengänge, die allerdings anfangs noch nicht mit einer Berufszulassung verknüpft waren. Mit Inkrafttreten der pflegerischen Berufsgesetze 2003 und 2004, sowie dem Gesetz zur Einführung einer Modellklausel in die Berufsgesetze der Hebammen, Logopäden/innen, Physiotherapeuten/innen und Ergotherapeuten/innen (ModellKlG) 2009 können nun auf der Grundlage der jeweiligen Modellklauseln duale Studiengänge entwickelt und eingerichtet werden, die neben dem Bachelorabschluss auch zu einer Berufszulassung führen. 2010 wurden in Deutschland 22 vorwiegend duale Pflegestudiengänge an Fachhochschulen und Universitäten angeboten (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, 2010), die nach 3,5 bis 4,5 Jahren zu einem Bachelorabschluss und parallel während des Studiums auch zu einem Pflegeexamen führen, das für die direkte Pflege qualifiziert. Für das Hebammenwesen konnten zum Zeitpunkt der Antragstellung im gesamten Bundesgebiet 6 Studiengänge identifiziert werden, für die Logopädie und die Ergotherapie jeweils 12 und für die Physiotherapie 20. Darunter sind auch berufsübergreifende Studienangebote, die sich auf das gesamte Feld der Pflege- und Gesundheitswissenschaft beziehen, Aspekte der Therapiewissenschaft bündeln und z.T. eher manageriell oder pädagogisch ausgerichtet sind. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat in den letzten Jahren 10 Modellstudiengänge, davon vier Studiengänge für die therapeutischen Berufe, fünf Pflege- und einen Studiengang für Hebammenwesen. Da mit der Konzeption und Einrichtung der Studienprogramme in vielfacher Hinsicht Neuland betreten wird, hat das Bundesgesundheitsministerium weitreichende Vorgaben für die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung von Modellvorhaben festgelegt (BMG 2009).ZielsetzungZiel der wissenschaftlichen Begleitung ist es, die Evaluationsergebnisse aller Modellvorhaben zu bündeln, relevante weitere Erkenntnisse zu generieren und daraus Entwicklungsperspektiven für die verschiedenen Pflege- und Gesundheitsfachberufe abzuleiten. Dabei stehen die Erkenntnisse der Modellstudiengänge zur bedarfsorientierten Weiter- und Neugestaltung von Einsatz- und Arbeitsfeldern der Pflege- und Gesundheitsfachberufe sowie die perspektivische Ausrichtung auf neue Arbeitsfelder, auch unter dem Blickwinkel einer Attraktivitätssteigerung der Pflegeberufe, im Vordergrund. Des Weiteren werden die Erfahrungen der Modelle zur Weiterentwicklung der Ausbildungsstrukturen sowie zu potenziellen Verbesserungen der Versorgungsstrukturen und Versorgungsqualität analysiert.DurchführungDas Vorhaben orientiert sich an den Standards des „Joint Committees on Standards for Educational Evaluation“ in Bezug auf Nützlichkeit (Ausrichtung der Evaluation an den Informationsbedürfnissen der vorgesehenen Evaluationsnutzer/innen), Durchführbarkeit (realistische, gut durchdachte, diplomatische und kostenbewusste Evaluation), Korrektheit (rechtliche und ethische Korrektheit, Berücksichtigung des Wohlergehens der betroffenen Personen) und Genauigkeit (fachliche angemessene Informationen werden hervorgebracht und vermittelt) (Joint Committee 2000).Wesentliche Prinzipien des Vorhabens bestehen in der Partizipation der Beteiligten sowie in einer zunächst individuellen Untersuchung der einzelnen Modellversuche mit dem Ziel, jeweils differenzierte Studiengangprofile zu entwickeln. Dieses Prinzip wird auch auf die Pflegestudiengänge angewandt, denn diese weisen erhebliche Unterschiede in dem, was sie intendieren und wie sie es umsetzen, auf, und lassen sich daher nur bedingt vergleichen (Büeler 1998, 667). Im zweiten Schritt sollen die fünf Pflegestudiengänge sowie die beiden Studiengänge in der Logopädie bzw. der Physiotherapie aber auch vergleichend untersucht werden, um ggf. besonders ertragreiche Strukturen und Prozesse identifizieren zu können.
Das Evaluationsteam verfügt über eine ausgewiesene Expertise im Rahmen der Ausbildungsforschung von Gesundheits- und Therapieberufen. Zusätzlich werden zur Absicherung, dass die Besonderheiten der therapeutischen Berufe sowie des Hebammenwesens sich angemessen im Evaluationsdesign und in der Interpretation der Ergebnisse abbilden, externe Expert/innen hinzugezogen.
Die Gesamtkonzeption ist als Kooperationsprojekt verschiedener Expertisen und Kompetenzen konzipiert und in drei Arbeitspakete (A-C) gegliedert:
Zu erwartende Ergebnisse und TransferDie zu erwartenden Ergebnisse liegen, neben einer Aufzeigung von möglichen Profilen primärqualifizierender Studiengänge, in der Bündelung von Erkenntnissen zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität einer akademischen Erstausbildung in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen.Darüber hinaus liefert die begleitende Evaluation Ergebnisse:
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