Aktuelle Mitteilungen

Mitteilungen aus den Medien, Hinweise für Veranstaltungen, neue Publikationen und sonstige Mitteilungen des IPP.

Abschlusssymposium des Masterstudiengangs Public Health - Gesundheitsversorgung, -ökonomie und -management der Universität BremenProf. Dr. Ansgar Gerhardus
Abschlusssymposium des Masterstudiengangs Public Health - Gesundheitsversorgung, -ökonomie und -management der Universität Bremen am 26.01.2018 im Haus der Wissenschaft

Die Vergabe von Antibiotika ist in den letzten Jahren stark gestiegen, obwohl die Bedenken gegenüber einer übermäßigen Antibiotikavergabe bekannt sind. Aber warum kann eine Antibiotikavergabe bedenklich sein? Und wie kann einer problematischen Antibiotikavergabe entgegengewirkt werden?  
Diese Fragestellung, sowie weitere aktuelle Versorgungsprobleme des Gesundheitswesens in den Bereichen Qualität im Krankenhaus, Organisation der ärztlichen Visite oder Sprachbarrieren in Hausarztpraxen, untersuchten die Studierenden des Studiengangs Public Health - Gesundheitsversorgung, -ökonomie und -management der Universität Bremen in Kooperation mit Partner*innen aus der Praxis. Die Ergebnisse dieser Projektarbeit wurden im Rahmen eines Abschlusssymposiums am 26.01.2018 im Haus der Wissenschaft einem Fachpublikum präsentiert.
Zur Bearbeitung der Fragestellung bedienten sich die Studierenden verschiedener wissenschaftlicher Methoden. So wurden beispielsweise Expert*innen in Interviews und Fokusgruppen befragt, eine systematische Literaturrecherche durchgeführt und eine Evaluation geplant. Die ausgearbeiteten Konzepte zur Lösung komplexer Problemstellungen zum Umgang mit den verschiedenen Fragestellungen wurden im Symposium präsentiert und im regen Austausch zwischen den Studierenden, Lehrenden, Praxispartner*innen und Expert*innen diskutiert.
Die erneute Zusammenarbeit mit Praxispartner*innen wie der Ärztekammer Niedersachsen, der regionale Klinikkonzern Gesundheit Nord, der OptiMedis AG sowie der Techniker Krankenkasse Bremen zeigt, dass die Projektarbeit auch für die Praxispartner*innen attraktiv ist und in den vergangenen Jahren zu positiven Ergebnissen geführt hat.
Dass dieses Lehrkonzept im Sinne des Forschenden Lernens eine gute Idee ist, wird auch an den Erfolgen bei Lehrpreisen deutlich. Nachdem im Jahr 2016 der Berninghausen-Preis für gute Lehre der Universität Bremen gewonnen wurde, entschied die Jury des Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre vom Stifterverband und der Hochschulrektorenkonferenz im Jahr 2017, dass das Projekt zu den besten vier Lehrprojekten in Deutschland zählt.
Auch bei den Studierenden ruft das Konzept Begeisterung hervor. „Eine Besonderheit des Studiengangs ist die Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis. Die eigenen Forschungsergebnisse einem so interessierten Auditorium präsentieren zu können und zu merken, dass die eigene Forschungsarbeit Relevanz für die Praxis hat, rundet diesen Master ab. Das tolle Abschlusssymposium belohnt für die intensive Arbeit“, fasste eine Studentin zusammen.

Kontakt und Information:

Prof. Dr. Ansgar Gerhardus
Universität Bremen
Institut für Public Health und Pflegeforschung
Abteilung 1: Versorgungsforschung

E-Mail: ansgar.gerhardus@uni-bremen.de

AFOOT-Team
Arbeitshilfe „Aktive Mobilität im Alter fördern“ des Projektes AFOOT erschienen

Die Arbeitshilfe ist das Ergebnis des 3-jährigen Forschungsprozesses im Projekt AFOOT - Alternd zu Fuß oder mit Fahrrad: urban mobil ohne Stress der Abteilung Sozialepidemiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Gabriele Bolte (mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier). In die Arbeitshilfe eingeflossen sind u.a. Expertengespräche mit Leiterinnen und Leitern der Planungs- und Gesundheitsämter in Landkreisen und kreisfreien Städten sowie mit Vertreterinnen und Vertretern aus ausgewählten kreisangehörigen Städten und Gemeinden in der Metropolregion Nordwest und Akteuren aus Wissenschaft und Praxis.

Die Arbeitshilfe soll insbesondere Klein- und Mittelstädte dabei unterstützen, durch die Gestaltung einer bewegungsfördernden und alternsgerechten Umgebung aktive Mobilität in Form von Zufußgehen und Radfahren im Alter zu fördern. Sie ist in erster Linie auf die Arbeit der kommunalen Planungs- und Bauverwaltung sowie des Öffentlichen Gesundheitsdienstes ausgelegt.

Die Arbeitshilfe

  • sensibilisiert für eine alternsgerechte und bewegungsfördernde Kommunalentwicklung,

  • benennt Anknüpfungspunkte in der räumlichen Planung und im Öffentlichen Gesundheitsdienst,

  • stellt ein Indikatorenset für die Ist-Analyse einer Kommune und die Evaluation von Maßnahmen vor und

stellt Handlungsstrategien für die drei Themen (halb-) öffentliche Räume, Rad- und Fußwegeinfrastruktur und Erreichbarkeit von Alltagszielen vor.

AFOOT-Projektteam (Hrsg.). Aktive Mobilität im Alter fördern - Eine Arbeitshilfe für die Zusammenarbeit zwischen der kommunalen Planungs- und Bauverwaltung und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst in Klein- und Mittelstädten. Bremen und Dortmund 2018. PDF


Kontakt

Tanja Brüchert, M.A.

Abteilung Sozialepidemiologie

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Universität Bremen

Grazer Straße 2a

28359 Bremen

Tel.: 0421/218-68824

E-Mail: t.bruechert@uni-bremen.de

Viel hilft nicht viel: Polypharmazie.

Stationäre Pflegeheimbewohner weisen häufig mehrere Krankheiten auf, die mittels verschiedener Medikamente (Polypharmazie) behandelt werden. Prof. Görres verdeutlicht die Gefahren für Menschen mit einer eingeschränkten Nierenfunktion anhand dreier Studien.

Die in Deutschland durchgeführte Studie konnte nachweisen, dass 135 der insgesamt 685 teilnehmenden Bewohner mindestens ein nicht korrekt dosiertes oder gar ein kontraindiziertes Medikament verabreicht wurde. Eine jährliche Bestimmung des Kreatinin-Wertes und die Bereitstellung des Ergebnisses in der Pflegedokumentation wird empfohlen.

Im Rahmen einer Studie an der Universität Bremen sollten insbesondere Maßnahmen bezüglich der Therapiesicherheit bei Pflegeheimbewohnern mit einer chronischen Niereninsuffizienz identifiziert werden. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften und Apothekern die Arzneimitteltherapiesicherheit optimiert. Gleichzeitig werden standardisierte Messungen zwecks Identifizierung einer unangemessenen Medikamentendosis empfohlen.

Eine dritte Studie, die in Kanada umgesetzt wurde, untersuchte Auswirkungen eines interdisziplinären Versorgungsansatzes. Im Rahmen dessen wurde ein Rückgang der Polypharmazie sowie der absoluten Anzahl verordneter Medikamente festgestellt. Das Verhindern der Gabe potentiell ungeeigneter Medikamente konnte nur geringfügig durch die Intervention beeinflusst werden.

Görres, S. & Konusch, S. (2018). Viel hilft nicht viel: Polypharmazie. Altenpflege, 43 (01), 38-39. Hannover: Vincentz Network.

Website: http://www.altenpflege-online.net/

 

Kontakt und Information:

Prof. Dr. Stefan Görres

Dekan FB 11

Universität Bremen

Mitglied des Direktoriums

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen

E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Smarte Modelle jenseits der Fachkraftquote. Studie der Uni Bremen: Welches ist der beste Personalmix in der stationären Altenpflege?

Derzeit sind der Pflegenotstand und der Fachkräftemangel viel diskutierte Themen in Deutschland. Intelligente Lösungsansätze werden diskutiert, nicht zuletzt auch, weil das Pflegestärkungsgesetz die Selbstverwaltung dazu verpflichtet bis Mitte 2020 ein abgesichertes Verfahren zur Personalbedarfsmessung in der stationären Langzeitpflege zu finden. Aktuelle gesetzliche Regelung sehen ohne empirisch verwertbare Ergebnisse lediglich das Vorhandensein einer Fachkraftquote vor.

Im November 2017 startete an der Universität Bremen das vom GKV Spitzenverband geförderte Projekt StaVaCare („Stabilität und Variation des Care-Mix in Pflegeheimen unter Berücksichtigung von Care-Mix, Outcome und Organisationscharakteristika“). Ziel der Studie ist es, wirksame Zusammenhänge zwischen dem in Pflegeheimen an der pflegerischen Versorgung beteiligten Personal, der Zusammensetzung der Heimbewohnerschaft, gesundheitsbezogenen Outcomes der BewohnerInnen und Organisationscharakteristika der Einrichtungen zu identifizieren. Auf dieser Datenbasis soll die Steuerbarkeit des Versorgungsprozesses, mit dem Ziel der optimalen Versorgungsqualität, verbessert werden. Zurzeit werden noch Pflegeheime in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie Schleswig-Holstein gesucht, die Interesse an einer Studienteilnahme haben.

Görres, S. (2017). Smarte Modelle jenseits der Fachkraftquote. Studie der Uni Bremen: Welches ist der beste Mix? CAREkonkret, 20 (51/52), 7. Hannover: Vincentz Network.

Website: www.carekonkret.net

Kontakt und Information:

Prof. Dr. Stefan Görres

Dekan FB 11

Universität Bremen

Mitglied des Direktoriums

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen

E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Festkolloquium am Donnerstag, 25. Januar 2018, 14.30 Uhr im Haus der Wissenschaft Bremen

Im Fachbereich der Human- und Gesundheitswissenschaften ist Dr. Matthias von Schwanenflügel, Leiter der Abteilung Demografischer Wandel, ältere Menschen und Wohlfahrtspflege im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, zum Honorarprofessor berufen worden. Nach dem Grußwort des Dekans Prof. Stefan Görres und einer Rede von Prof. Dietmar Heubrock, Vorsitzender der Berufungskommission, verdeutlichte Prof. von Schwanenflügel im Rahmen der Antrittsvorlesung im Festkolloquium die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Zahl der pflegebedürftigen Personen. In diesem Kontext betonte Prof. von Schwanenflügel die Bedeutung der Angehörigenpflege und verdeutlichte auch die Relevanz entsprechender Maßnahmen, wie zum Beispiel die politische Reform der Pflegeberufe.

Beitrag abrufbar unter:

https://www.uni-bremen.de/universitaet/presse/pressemitteilungen/detailansicht/news/detail/News/gesundheitswissenschaften-der-universit%C3%A4t-bremen-bestellen-neuen-honorarprofessor.html

Kontakt und Information:

Prof. Dr. Stefan Görres

Dekan FB 11

Universität Bremen

Mitglied des Direktoriums

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen

E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

Hunde als Therapeuten

In der stationären Langzeitpflege können tiergestützte Therapien besonders für Menschen mit Demenz, gesundheitlich eingeschränkte Personen oder einsame Bewohner und Bewohnerinnen von Nutzen sein. Prof. Görres verdeutlicht den möglichen Profit anhand drei ausgewählter Studien. Eine in Norwegen durchgeführte Studie konnte aufzeigen, dass ein zweimaliger Kontakt mit Hunden in der Woche zu je dreißig Minuten über einen Zeitraum von zwölf Wochen einen positiven Effekt auf die Lebensqualität der dementiell oder kognitiv eingeschränkten Personen hat. Dabei konnte der höchste Nutzen besonders in späten Verlaufsphasen nachgewiesen werden. In einer dänischen Studie wurde unter anderem die Schlafqualität mittels lebenden und künstlichen Tieren untersucht. Nach drei Wochen konnte eine erhöhte Schlafdauer in der Interventionsgruppe mit lebendem Hund aufgezeigt werden. Nach Abschluss war zwischen den Gruppen allerdings kein Unterschied mehr erkennbar. Auf weiteren Forschungsbedarf wird hingewiesen. Die dritte in Italien durchgeführte Studie untersuchte das Sozialverhalten. Im Rahmen dessen wurden 16 einstündige Treffen mit einem Hund durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie zeigen eine Verbesserung aller Krankheits- und Lebensbereiche, insbesondere der Lebensqualität. Diese emotionalen, sozialen und gesundheitsförderlichen Wirkungen können zudem zu Entlastungen auf Seiten der Angehörigen und Pflegekräfte führen.

Görres, S. & Konusch, S. (2017). Hunde als Therapeuten. Altenpflege, 42 (12), 34-35. Hannover: Vincentz Network.

Website: http://www.altenpflege-online.net/

Kontakt und Information:

Prof. Dr. Stefan Görres

Dekan FB 11

Universität Bremen

Mitglied des Direktoriums

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Sprecher Abt. 3: Interdisziplinäre Alterns- und Pflegeforschung Grazer Straße 4, 28359 Bremen

E-Mail: sgoerres@uni-bremen.de

©Stefan GörresProf. Dr. Stefan Görres
Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen erforscht die Personalsteuerung in der stationären Langzeitpflege

Pressemitteilung der Universität Bremen

Nr. 237 / 12. Dezember 2017 KUB

Derzeit ist der Pflegenotstand in Deutschland ein viel diskutiertes Thema. Gesucht wird nach intelligenten Lösungen. Zwar gibt es gesetzliche Vorgaben – so muss für stationäre Langzeitpflege beispielsweise die Hälfte der Pflegekräfte in den Heimen eine dreijährige fachliche Ausbildung aufweisen. Doch ist dies eine Quote, die immer schwerer zu erfüllen ist. Kein Wunder also, dass Rufe nach einer Flexibilisierung immer lauter werden. Kann man die Qualität der stationären Langzeitpflege auch mit einer anderen Personalzusammensetzung sichern oder sogar noch verbessern? Mit dieser Frage beschäftigen sich jetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Wissenschaftsschwerpunktes Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen. Gefördert wird es vom Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV-Spitzenverband) im Rahmen des Modellprogramms zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung.

Projekt läuft bis Herbst 2019

Das Bremer Projekt heißt „StaVaCare 2.0“ und läuft bis Ende Oktober 2019. Es ist Bestandteil eines größeren Modellprogramms des GKV-Spitzenverbandes zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung. Neben den Leitern Professor Stefan Görres (Institut für Public Health und Pflegeforschung/IPP) und Professor Werner Brannath (Kompetenzzentrum für Klinische Studien/KKSB) sind vier weitere Wissenschaftlerinnen beteiligt. Die Abkürzung steht für „Stabilität und Variation des Care-Mix in Pflegeheimen unter Berücksichtigung von Case-Mix und Outcome“.

„Hinter diesen Fachbegriffen aus der Pflegeforschung steht die Herausforderung, mit unterschiedlich qualifiziertem Personal – beispielsweise ein- oder dreijährige Fachausbildung, Seiteneinsteiger oder Ehrenamtliche – den bestmöglichen Mix für die Pflegebedürftigen zu finden und gleichzeitig eine hohe Qualität zu garantieren“, erläutert Stefan Görres. Tatsache ist, dass die Ansprüche an die Versorgungsqualität in der stationären Langzeitpflege weiter steigen werden. „Gleichzeitig werden wir aber mit einer hohe Arbeitsverdichtung in den Pflegeheimen, dem aktuelle Fachkräftemangel und der absehbaren Zunahme schwerstpflegebedürftiger und dementer älterer Menschen konfrontiert.“

Belastbare Forschungsergebnisse wichtig für die Diskussion

Hier will das Bremer Forschungsprojekt neue Lösungswege aufzeigen. „Die Flexibilisierung des Personalschlüssels ist aktuell in der Diskussion. Und weil es sich um einen gesellschaftlich hochsensiblen Bereich handelt, wird natürlich sehr genau hingeschaut und scharf argumentiert.“ Der Hochschullehrer ist sicher, dass für eine sachliche Diskussion belastbare Forschungsergebnisse eine sehr wichtige Grundlage sind – „und die wollen wir mit unserer Studie erarbeiten.“

Die Grundlage der Studie bilden repräsentative Daten. Sie kommen aus insgesamt 40 Pflegeheimen der fünf Bundesländer Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. In die Beobachtungsstudie werden etwa 2.000 Bewohnerinnen und Bewohner einbezogen. Welche Zusammenhänge gibt es in diesen Pflegeheimen zwischen

· dem Pflegepersonal (Care-Mix)

· der Heimbewohnerschaft (Case-Mix)

· ausgewählten gesundheitsbezogenen Daten der Bewohnerinnen und Bewohner (Ergebnisqualität) und

· den unterschiedlichen Organisationsformen der Heime?

Versorgungsprozess soll besser steuerbar werden

„Auf der Basis der von uns untersuchten Daten soll der Versorgungsprozess besser steuerbar werden“, so Görres. „Letztlich geht es darum, dass die Pflegebedürftigen optimal versorgt werden. Wir wollen herausfinden, welche Mischung das Pflegepersonal vor dem jeweiligen Hintergrund haben kann, um dieses Ziel zu erreichen.

Ein ganz entscheidender Faktor für die Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist die Pflegequalität. Stefan Görres: „Die Erkenntnisse unserer Studie sollen es erlauben, den Personaleinsatz auf ein neues rationales Fundament zu stellen. Die Über- oder Unterversorgung von Personengruppen soll verhindert werden. Der Personaleinsatz soll optimiert werden, ohne dass dabei das Ergebnis – die Qualität der Pflege – leidet.“

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Stefan Görres,

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Telefon: 0421/218-68900

E-Mail sgoerres@uni-bremen.de

www.ipp.uni-bremen.de

Universität Bremen

Pressestelle

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Andreas BaumeisterDie Studierenden, Fabienne Vogt, Jana Hundsdorff, Svenja Bruns, Janina Haas und Carolin Kielmann beim Fachtag des Studie
Forschend studieren von Anfang an

Die Studierenden des Studiengangs ‚Pflegewissenschaft – dual‘ präsentierten im November die Ergebnisse ihrer ersten Hausarbeit an den mit der Universität Bremen kooperierenden Pflegeschulen im Land Bremen. Begleitet und betreut wurden sie durch wissenschaftliche Mitarbeiter*innen des Instituts für Public Health und Pflegeforschung, IPP Bremen. Seit einigen Jahren gibt es im Studiengang ‚Pflegewissenschaft – dual‘ für das Seminar ‚Einführung in die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens‘ das Konzept, welches zum Abschluss des Uni-Seminars die Präsentation der studentischen Ergebnisse in Form eines öffentlichen Vortrages vorsieht. Entwickelt wurde dieses Lehr- und Lernformat im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten  ForstA-Projekts (Forschend studieren von Anfang an). Im SoSe 2017 wurde dieses Seminar von Annika Schmidt und Andreas Baumeister durchgeführt.

Der studentische Fachtag ist für die Studierenden eine sehr gute Gelegenheit die parallel absolvierte Ausbildung im Pflegebereich und die ersten erlernten wissenschaftlichen Grundkenntnisse in Einklang zu bringen. Für die Auszubildenden und Lehrenden an den kooperierenden Pflegeschulen ist der Fachtag eine willkommene Möglichkeit, Einblick in den Studiengang ‚Pflegewissenschaft – dual‘ zu erhalten.

Gleich vier Bremer Einrichtungen, die Altenpflegeschule des Instituts für Berufs- und Sozialpädagogik e.V. (ibs); das Integrative Bildungszentrum für Gesundheits- und Pflegeberufe des Klinikums Bremen-Nord und des Klinikums Bremen-Ost; das Bildungszentrum für Gesundheitsfachberufe (BZfG) Klinikum Bremen-Mitte sowie die Bremer Krankenpflegeschule der freigemeinnützigen Krankenhäuser e. V. nahmen in diesem Jahr mit hohem Interesse und viel Engagement am Fachtag teil.

Die jeweiligen Fachvorträge an den Pflegeschulen wurden von den IPP-Mitarbeiter*innen Andreas Baumeister, Laura Buschmann, Claudia Einig, Dr. Dirk Peschke, Dr. Claudia Stolle und Lisa Schumski moderiert.

Themen der studentischen Fachvorträge waren beispielsweise:

  • Die Umstellung der Leitlinien zur Reanimation im Jahre 2005 und deren Einfluss auf die Patient*innen-Mortalität im Krankenhaus

  • Die frühzeitige Therapie von Schlaganfallpatient*innen mit einer Hemiparese in einer neurologischen Rehabilitationseinrichtung

  • Burnout-Prävention bei beruflich Pflegenden

  • Auswirkungen der Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden in der Gesundheits- und Krankenpflege auf die Ausbildungsziele

  • Sturzreduzierung im Krankenhaus bei Menschen über 65 Jahren während der Nacht

  • Auswirkungen der Verteilung knapper Ressourcen im Gesundheitswesen auf Verteilungsentscheidungen im Kontext der stationären Pflege

Das Publikum war an den Vorträgen sehr interessiert und die Zuhörer*innen baten zu ausgewählten Themen um weiterführende Materialien. Die Vertreter*innen des IPP begrüßen den gelungenen Austausch und die konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Pflegeschulen und der Universität. Zudem geben die interessanten, fachlich und methodisch sehr gut aufgearbeiteten Themen der Studierenden einen guten Einblick in die Arbeit der angehenden Pflegeakademiker. Die Beteiligten hoffen auf eine sich etablierende Tradition des erfolgreich durchgeführten Fachtages.

Kontakt:

Andreas Baumeister

M.A. Public Health / Pflegewissenschaft

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang Pflegewissenschaft – dual

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)

Abteilung 4: Qualifikations- und Curriculumforschung

Universität Bremen

Tel: +49 (0)421 218-68942

e-Mail: baumeister@uni-bremen.de

Medizinalhanf

11.12.2017
Gesundheitspolitik contra Evidenzbasierte Medizin

Der deutsche Bundestag hat am 6.3. 2017 die Verordnungsfähigkeit von zugelassenen Cannabisprodukten für Schwerkranke erleichtert, weit darüber hinaus aber die Tore zum Rezeptieren von Hanfblüten aufgestoßen. Der Gesetzgeber hat sich damit über die Ergebnisse der internationalen Literatur hinweggesetzt. Dies ist zunächst für die Kranken problematisch, die sich Linderung ihrer Beschwerden mittels Hanfblüten versprechen. Der Beschluss des Bundestages ist aber auch ein rabenschwarzer Tag für den Qualitätsstandard der Arzneimittelzulassung in Deutschland.

 

Prof. Dr. Norbert Schmacke Ist Mitglied der Abteilung 1 Versorgungsforschung des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen

http://www.ipp.uni-bremen.de/forschung/abteilung-1--versorgungsforschung/

Lesen Sie den Beitrag von Norbert Schmacke hier

Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck erläuterte die Auswirkungen des Gesetzes auf die Ausbildungsgestaltung in Theorie und Praxis

Am 29.11.2017 fand die vorläufig letzte Veranstaltung einer vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) verantworteten Vortragsreihe in Norddeutschland zum im Juni dieses Jahres verabschiedeten Pflegeberufereformgesetz (PflBRefG) statt. Gertrud Stöcker, Mitglied des Vorstands des Deutschen Bildungsrats für Pflegeberufe (DBR) gab jeweils eine Einführung in die neuen gesetzlichen Regelungen. Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck vom Institut für Public Health und Pflegeforschung erläuterte die Auswirkungen des Gesetzes auf die Ausbildungsgestaltung in Theorie und Praxis. Vertreterinnen bzw. Vertreter aus den zuständigen Landesbehörden berichteten schließlich über die in den jeweiligen Bundesländern geplanten nächsten Schritte zur Umsetzung des Gesetzes. Veranstaltungsorte waren Düsseldorf, Bielefeld, Hannover, Bremen und Hamburg.

„Die Pflegeschulen stehen vor der Herausforderung, sich inhaltlich auf das neue, generalistische Qualifikationsprofil, eine stärker kompetenzorientierte Ausbildung und einen entwicklungslogischen Kompetenzaufbau einstellen zu müssen“, so Darmann-Finck. Darmann-Finck ist Mitglied einer vierköpfigen Gruppe von Expertinnen, die das BMG und das BMFSFJ bei der Erarbeitung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung berät.

Kontakt

Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck, darmann@uni-bremen.de